Wasser trinken um die Konzentration zu fördern 

Wer wenig trinkt kann sich schlechter konzentrieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, welche die Leistungsfähigkeit von Schülern in Abhängigkeit mit der Trinkmenge untersuchte. Natürlich gilt aber auch im Erwachsenenalter: Wer genug trinkt ist leistungsfähiger und kann sich besser konzentrieren.

Wassermangel gleich Konzentrationsmangel?

Durstige Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, können sich schlechter konzentrieren, wenn es dem Gehirn an Wasser mangelt!
Dr. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler und Leiter der Fachgruppe „Ernährung und Gesundheit“ an der Universität Paderborn und Professor Dr. Michael Weiß vom Sportmedizinischen Institut der Uni Paderborn, haben bei ihrer Auswertung wissenschaftlicher Studien zum Thema „Trinken und Leistungsfähigkeit in der Schule“ einen deutlichen Zusammenhang zwischen Trinken und Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen in der Schule, aber auch in der Freizeit nachgewiesen.
Fest steht: durstige Kinder und Jugendliche können sich schlechter konzentrieren!

Es wird außerdem aufgezeigt, dass der empfohlene Richtwert der Flüssigkeitsmenge um durchschnittlich 20% unterschritten wird. Angefangen mit der Tatsache, dass ca. 20-30% aller Kinder und Jugendlichen ohne Frühstück aus dem Haus gehen und ohne Flüssigkeitsaufnahme in den Schultag starten.

„Etwa die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen trinken weniger als empfohlen (48% bei den Jungen, 59% bei den Mädchen“, sagt die Gesellschaft für Ernährung e.V. Nachweislich führt eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr zu Konzentrationsschwächen und Leistungsmangel. Dass zu viel trinken hingegen ungesund sei ist wissenschaftlich nicht bewiesen, auch wenn dieser Irrglaube immer noch weit verbreitet ist und sogar in einigen Schulbüchern steht.
Bei Kindern ist die der Wasserbedarf deutlich höher als bei Erwachsenen.

Wie kommt es zu einem Wasserdefizit?

Ein Wasserdefizit ist schnell erreicht, wenn einen Abend wenig getrunken wurde und am folgenden Morgen nichts gefrühstückt wird, entfällt zudem noch das Trinken in den Pausen geht es schnell und körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lassen deutlich nach. Untersuchungen zeigen, dass dies durch frühzeitige und regelmäßige Zufuhr von reinem Wasser verhindert werden kann.

Das Problem ist relativ einfach zu erklären, das Durstempfinden bei Kindern und Jugendlichen ist meist nur sehr schwach ausgeprägt und so wird das Durstsignal einfach ignoriert. Vor allem beim Toben, Rennen, Klettern und beim konzentrierten Spielen, ist das Durstsignal bei Kindern oft zu schwach. Sie würdem das Spielen nicht um etwas zu trinken, unterbrechen. Bei Heranwachsenden ist die die wenige Wasserzufuhr sehr problematisch, da sie einen höheren Wasserbedarf als Erwachsene haben. Der Wasserstoffwechsel und auch der Wasseranteil im Vergleich zur Gesamtkörpermasse ist bei Kindern und Jugendlichen deutlich höher, als bei Erwachsenen.

Projekte wie das des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz „Trinken in der Schule“ versuchen ebenfalls geeignete Durstlöscher in den Schulalltag zu integrieren.

Literaturnachweise:
H. Heseker, M. Weiß; Paderborn (2002): Trinken und Leistungsfähigkeit in der Schule.
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Trinken in der Schule. http://www.tag-der-gesunden-ernaehrung.de/downloads/infothek_trinken.pdf, abgerufen am 19.03.2015

Empfehlungen

  • Kinder sollten nicht nur dann trinken, wenn Sie bereits durstig sind. Durst ist bereits ein Warsignal für Wassermangel.
  • Damit es nicht zu einem Wasserdefizit kommen kann, sollten Kinder regelmäßig über den Tag verteilt trinken. Das Trinken sollte somit zu einem festen Ritual werden.
  • Am besten geeignet ist hierfür Wasser, da es keine Kalorien enthält und den Konsum von zuckerreichen Getränken einschränkt.
  • Eine Gewöhnung an ein Getränk zu jeder Mahlzeit, schon im Kleinkindalter, wird einem Wasserdefizit vorbeugen und zudem die Kalorienzufuhr langfristig vermindern und Übergewicht vorbeugen.